Einfache Sauerteigbrötchen über Nacht

Hand aufs Herz: Wie viele Rezepte habt ihr schon gesehen, die mit „Einfaches Sauerteigrezept" betitelt waren – und dann stand da: Schritt 1: Starter ansetzen. Schritt 2: dehnen, falten, dehnen, falten, nochmal dehnen. Schritt 3: drei Tage warten. Schritt 4: weinen. Wir kennen das Gefühl. Und deshalb haben wir ein Rezept für euch, das wirklich so einfach ist, wie es klingt.

Zuerst braucht ihr einen aktiven Starter
Ohne aktiven Sauerteigstarter geht hier natürlich nichts. Wenn ihr noch keinen habt oder eurer schon eine Weile vergessen wurde: In unserem Starter-Guide zeigen wir euch, wie ihr einen von Grund auf ansetzt. Aber ihr könnt das alles auch umgehen und einen Starter in manchen Bäckereien oder getrocknet in Supermärkten kaufen. Oder: Ihr fragt mal im Freund*innenkreis, ob nicht jemand etwas abzugeben hat.

Das perfekte Rezept für Berufstätige
Es mag sein, dass wir den ein oder anderen Homeoffice-Tag in der Vergangenheit so gelegt haben, um zu Hause zu sein und dehnen und falten zu können. Aber das ist nicht nur ganz schön nervig, sondern mit diesem Rezept auch komplett überflüssig. Morgens den Starter füttern, abends nach der Arbeit kurz den Teig ansetzen und kneten – und dann ist wirklich Feierabend. Kein weiterer Eingriff nötig, der Kühlschrank übernimmt die Nachtschicht. Den genauen Zeitplan findet ihr direkt im Rezept – wir haben ihn mehrfach getestet und er funktioniert.

Was bedeutet das Fütterungsverhältnis?
Für unser Rezept sollt ihr den Starter morgens füttern, sodass er abends aktiv und ready zum Backen ist. Das Verhältnis 1:4:4 bedeutet dabei: 1 Teil Starter, 4 Teile Mehl, 4 Teile Wasser. Um auf 130 Gramm zu kommen (und noch einen kleinen Rest zu haben) braucht ihr morgens also nur etwa 16 Gramm Starter + 65 Gramm Mehl + 65 Gramm Wasser. Durch den hohen Anteil an Mehl, also Futter, braucht der Sauerteig lange, um sich durchzufressen – und ist so erst pünktlich abends zum Teigansetzen bereit. Im Sommer geht das alles durch die warmen Temperaturen etwas schneller. Da empfehlen wir deshalb 1:5:5.

Kein besonderes Equipment notwendig
Ja, es macht Spaß, sich ins Sauerteig-Game hineinzufuchsen und es nach und nach mit Zubehör zu upgraden. Aber wirklich brauchen werdet ihr das nicht. Vor allem nicht für diese simplen Brötchen! Eine Schüssel, eure Hände und ein ganz normaler Backofen reichen vollkommen. Den Dampf fürs Backen erzeugt ihr, indem ihr eine ofenfeste Form mit Wasser auf den Boden des Ofens stellt und beim Backen mit heißem Wasser befüllt. Oder indem ihr Wasser einfach auf den Ofenboden schüttet, sofern das euer Ofen verträgt.

Saaten: Optional, aber sehr empfehlenswert
Das Wälzen in den Toppings ist wahrscheinlich der aufregendste Part dieses ganzen Rezepts. Die Saaten machen nicht nur optisch viel her, sondern geben euren Brötchen nochmal eine besondere Geschmacksnote. Nehmt dafür einfach, was eure Vorratsschränke hergeben!

Darf’s was dazu sein?
Wenn ihr noch einen Belag für eure Brötchen sucht: Wie wär’s mit selbstgemachtem veganem Hüttenkäse, sojafreiem veganem Rührei oder (und das ist ja wohl das Beste) einem veganen Schoko-Swirl-Aufstrich?

Und wenn euch das Sauerteig-Fieber gepackt hat, könnt ihr auch gleich dieses knusprige Kürbisbrot testen oder unser Kartoffel-Walnuss-Brot nachbacken.

Einfache Sauerteigbrötchen über Nacht

8–10 Brötchen
ca. 14 Stunden (30 Minuten Zubereitung + 13 Stunden Gehzeit + 20 Minuten Backzeit)

Zutaten

  • 130 g aktiver Sauerteigstarter
  • 330 g Wasser
  • 400 g Weizenmehl (Type 550)
  • 100 g Weizenvollkornmehl
  • 12 g Salz
  • Samen und Saaten (z. B. Sonnenblumenkerne, Sesam, Mohn)

Zubereitung

  1. Den Sauerteigstarter füttern, sodass er abends aktiv und bereit zum Backen ist. Wenn er morgens vor der Arbeit gefüttert wird, dann im Verhältnis 1:4:4, im Sommer eher 1:5:5.

  2. Alle Zutaten vermischen und 10–15 Minuten von Hand oder am besten in der Küchenmaschine verkneten.

  3. Den Teig etwa 3–4 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sich der Teig ungefähr um 50 Prozent vergrößert hat. Das kann je nach Raumtemperatur unterschiedlich schnell gehen. Achtet also auf euren Teig.

  4. Nach der Gehzeit den Teig abgedeckt, zum Beispiel mit einer Frischhaltefolie, über Nacht (etwa 10–16 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

  5. Morgens eine Mischung aus Samen und Saaten auf der Arbeitsfläche verteilen. Die Teigoberfläche in der Schüssel leicht befeuchten und anschließend auf die Saatenmischung stürzen. Den Teig einmal zusammenklappen, dann in acht Teiglinge teilen.

  6. Bei 230 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 20 Minuten mit Wasserdampf backen: Entweder durch einen Backofen mit Dampffunktion oder indem ihr eine ofenfeste Form auf den Boden des Ofens stellt und kurz vor dem Backen mit heißem Wasser befüllt. Oder indem ihr Wasser einfach auf den Ofenboden schüttet, sofern das euer Ofen verträgt. Tipp: Nach den ersten 10 Minuten den Dampf kurz ablassen, damit die Brötchen knusprig werden.

So könnte euer Zeitplan aussehen:
Tag 1 – 7 Uhr: Sauerteigstarter füttern
Tag 1 – 18 Uhr: Teig ansetzen
Tag 1 – 21 Uhr: Teig in den Kühlschrank stellen
Tag 2 – 7 Uhr: Brötchen backen

R1046 Einfache Sauerteigbrötchen über Nacht
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