Vegane Okroschka (Kalte russische Suppe)
Ich war letztes Jahr zu Gast auf einer Hochzeit und habe dort das erste Mal vegane Okroschka gegessen. Ich kannte das Gericht zwar vorher schon, habe es aber nie gegessen, weil Okroschka eigentlich nicht vegan ist. Aber schon bei der Vorstellung davon wusste ich, dass diese Suppe meinen Geschmack zu 100 % treffen wird. Und so war es dann auch. Ich habe nicht nur einen Teller gegessen, ich habe nicht nur zwei gegessen – ich habe vier Teller noch an dem Abend gegessen und durfte am nächsten Tag einen ganzen Eimer davon als Rest mit nach Hause nehmen. Und wusste natürlich: Das werde ich definitiv nochmal essen. Und genau deshalb landet jetzt ein Rezept dafür auf dem Blog.
So ist dieses Rezept entstanden:
JEDOCH können wir direkt folgendes festhalten: Ich habe die Version nachgekocht, die ich auf besagter Hochzeit gegessen habe. Und gleichzeitig versucht, das Rezept so simpel und damit nachmachbar wie möglich zu machen. Das heißt beispielsweise, dass dafür eigentlich Kefir oder Buttermilch verwendet werden, es aber beides nicht so easy als vegane Option zu kaufen gibt. Darum habe ich versucht, den Geschmack mit Zutaten, die ihr mittlerweile in fast jedem Supermarkt oder Discounter bekommt, nachzumachen.
Der zweite Punkt bezieht sich auf die „Originalzutaten“ selbst, denn das Gericht kommt nicht aus der Küche, mit der ich selbst aufgewachsen bin und daher habe ich auch kein Familienrezept, auf das ich mich hier beziehen könnte. Schon in der Recherche, aber spätestens beim Testkochen im Büro, war mir klar: Diese Art von Suppe hat SO viele Varianten. Nicht nur Länder, Städte, Regionen, sondern vermutlich jede Familie wird ihr eigenes Rezept dafür haben. Unsere Fotografin Flora beispielsweise kennt eine sehr ähnliche Suppe aus Polen namens Chłodnik, die dort mit Rote Bete gemacht wird und dadurch eine ganz fabelhafte Farbe bekommt. In ihre Suppe kommen auch keine Kartoffeln, wobei ich auch Chłodnik-Varianten MIT Kartoffeln gesehen habe.
Ich will damit nur sagen: Dieses Rezept hier hat definitiv nicht den Anspruch, zu behaupten, sie sei die vegane Version vom Original, sondern die Version, die ich eben kennengelernt habe. Allein für Okroschka selbst habe ich mehrere Varianten gefunden, aber schaut man sich in Osteuropa um, gibt es mehr und mehr Suppen dieser Art. Wenn ihr also eine ähnliche kalte Suppe mit anderen Zutaten kennt, würde ich mich riesig freuen, wenn ihr uns in den Kommentaren von ihr erzählt, denn ich würde sie gern alle mal probieren.
Was ist traditionell in Okroschka drin?
Okroschka gilt in Russland als Nationalgericht und besteht aus fein gewürfeltem Gemüse, Kartoffeln, Kräutern und einer säuerlich-cremigen Basis und schmeckt dadurch für mich wie die Suppenversion von Kartoffeln mit Quark und Gurkensalat. Und wie könnte das nicht lecker sein? Neben Gemüse und Kräutern wird sie oft auch mit hartgekochten Eiern und gekochtem Fleisch oder Wurst zubereitet. Aufgegossen wird alles mit Kwas (einem fermentierten Brotgetränk) oder einer Mischung aus Kefir, Buttermilch, saurer Sahne oder Mineralwasser.
Und wie veganisieren wir das?
Bei uns landen Kartoffeln, Gurke, Radieschen, Frühlingszwiebeln und jede Menge Kräuter in der Schüssel. Die flüssige Basis besteht aus veganem Joghurt, veganem Schmand und Sprudelwasser und wird mit Senf, Salz, Pfeffer, Apfelessig, Zitronensaft und Kala Namak abgeschmeckt. So wird sie leicht säuerlich, cremig und bekommt einen ei-ähnlichen Geschmack. Ich habe, wie oben geschrieben, davon abgesehen, vegane Buttermilch selbst zu machen oder veganen Kefir zu verwenden, den man tatsächlich kaufen könnte, weil ich beides zu kompliziert fand. Auch vegane Fleischwurst könnte man noch hinzugeben, ich habe die Variante nur mit Gemüse aber geliebt. Wenn ihr euch jedoch dafür interessiert, empfehle ich euch das Rezept von Ana Romas aka Russisch Raclette.
Vegane Okroschka (Kalte russische Suppe)
Zutaten
- 400 g festkochende Kartoffeln
- 1 Gurke
- 200 g Radieschen
- 3 Frühlingszwiebeln
- 10 g Schnittlauch
- 10 g Dill
- 10 g Petersilie
- 400 g veganer ungesüßter Joghurt
- 150 g vegane Crème fraîche
- 400 ml Sprudelwasser
- 1 TL Senf
- Salz
- Pfeffer
- Kala Namak (optional)
- Zitronensaft
Zubereitung
Die Kartoffeln ungeschält in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und salzen. Dann circa 10–20 Minuten kochen, bis sie gar sind. Anschließend abgießen und abkühlen lassen. Erst danach schälen und in kleine Stücke schneiden.
Während die Kartoffeln kochen, Gurke und Radieschen fein würfeln, Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die frischen Kräuter hacken. Alles in einen Topf oder eine große Schüssel geben.
Veganen Joghurt und Crème fraîche, Sprudelwasser und Senf dazugeben und alles gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer, Kala Namak und Zitronensaft abschmecken.
Die Suppe mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.
