Simpler, veganer Christstollen

Es gibt unzählige Varianten von Stollen: Quarkstollen, Marzipanstollen, Christstollen, Butterstollen, Nusstollen und wahrscheinlich noch viele weitere Sorten, von denen ich noch nie gehört habe. Was sie alle vereint, ist ihr wohl etwas eingestaubtes Image. Und so falsch liege ich damit auch gar nicht, denn Stollen gibt es schon seit dem Mittelalter. Und so richtig „modern“ sieht das längliche Gebäck nun mal auch nicht aus. Was ich allerdings über die Jahre auch gelernt habe, ist, dass Stollen nicht gleich Stollen ist. Klar, es gibt den sehr trockenen Stollen, der nach künstlichen Rumaromen und Orangeat schmeckt, es gibt aber auch deutlich saftigere Stollen, die nach Marzipan und Nüssen schmecken. Damit euer Stollen am Ende nicht eingestaubt und oll schmeckt, geben wir euch erstmal ein paar Tipps an die Hand, bevor ihr dann weiter unten im Beitrag unser Rezept für veganen Stollen findet.

Rosinen und Co. einlegen: Es ist eigentlich der erste Schritt bei der Zubereitung eines klassischen Stollens: Rosinen, Orangeat, Zitronat und Co. werden in Rum eingelegt. Manche machen das über Tage, manche über Stunden. Wir haben es in unserem Rezept nicht gemacht, da wir den intensiven Geschmack der Rumfrüchte gar nicht so gerne haben. Wenn ihr allerdings Fan davon seid, dann könnt ihr das selbstverständlich machen. Eine alkoholfreie Variante ist es übrigens, die Rosinen in Apfel- oder Orangensaft einzulegen, was wir euch auch sehr empfehlen können.

Alle Zutaten vorbereiten: Am besten haben all eure Zutaten Zimmertemperatur. Das betrifft natürlich vor allem die vegane Butter, Milch und eventuell auch das Apfelmus. So lässt sich euer Hefeteig einfach besser verarbeiten.

Braucht man Christstollengewürz? Um den Original-Geschmack eines Stollens zu treffen, ist es natürlich ein toller Shortcut, einfach schon fertiges Christstollengewürz zu verwenden. Wenn ihr das nicht findet, könnt ihr euch natürlich auch euer eigenes Christstollengewürz mischen. Hier findet ihr ein kleines Rezept für.

Mit oder ohne Backform? Ihr könnt für dieses Rezept eine Christstollen-Backform verwenden, müsst das aber natürlich nicht. Ohne Backform wird euer Stollen wahrscheinlich etwas flacher und geht etwas mehr in die Breite, aber dem Geschmack macht das ja schlussendlich gar nichts. Falls ihr aber doch eine Form da habt, umso besser! Gerade die typische Form bekommt man ohne eine Stollenform einfach nicht hin.

Umluft oder Ober- und Unterhitze? Tatsächlich ist das Backen eines Stollens bei Umluft nicht optimal, weshalb wir euch Ober- und Unterhitze empfehlen, genauso wie man es beim Brot backen machen würde.

Wie lagere ich Stollen am besten? Wenn ihr euren Stollen über mehrere Wochen lagern wollt, dann macht das am besten in einem luftdichten Behälter. Optimal sind 10-18°C und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Apropos Lagerung! Genau deshalb übergießen wir den Stollen nach dem Backen mit veganer geschmolzener Butter und bestreuen ihn mit sehr viel Puderzucker. Das verhindert nämlich das Austrocknen des Stollens. (Quelle) Übrigens kann man Stollen auch einfrieren. Dafür solltet ihr ihn aber vorher in Scheiben schneiden.

Ab wann kann man ihn essen? Stollen sollten eigentlich für mindestens ein bis zwei Wochen liegen bleiben, bevor sie angeschnitten werden. Das bedeutet also gute Vorbereitung und etwas Planung, damit euer Stollen bis zum 1., 2., 3. oder 4. Advent bereit zum Essen ist. Wenn es schnell gehen soll, kann man auch nur wenige Tage warten, aber mit der Zeit wird der Geschmack einfach intensiver.

R325 Veganer Christstollen
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Simpler, veganer Christstollen

1 Stollen
30 Minuten (+ 90 Minuten Wartezeit und 45 Minuten Backzeit)

Zutaten

Für den Stollen:

  • 50 g Walnüsse
  • 100 g Orangeat
  • 100 g Zitronat
  • 100 g Rosinen
  • 100 ml pflanzliche Milch
  • 100 g Zucker
  • 42 g (1 Würfel) frische Hefe
  • 100 ml Orangensaft oder Rum
  • 500 g Weizenmehl (Type 405)
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Christstollengewürz
  • 150 g pflanzliche Butter
  • 50 g Apfelmus
  • 100 g Marzipan Rohmasse

Außerdem:

  • 50 g vegane Butter
  • 50 g Puderzucker

Zubereitung

  1. Walnüsse hacken und zusammen mit Orangeat, Zitronat und Rosinen in eine Schüssel geben. Orangensaft dazugeben und das Ganze über Nacht ziehen lassen.

  2. In einer großen Schüssel lauwarme, pflanzliche Milch und Zucker vermischen und die frische Hefe darüber bröseln. Kurz umrühren und ca. 10 Minuten stehen lassen.

  3. Mehl, gemahlene Mandeln, Christstollengewürz, pflanzliche Butter, Apfelmus und Marzipan Rohmasse zum Hefe-Mix geben und alles zu einem homogenen Teig verkneten. Den Teig ca. 60 Minuten an einem warmen Platz ruhen lassen.

  4. Überschüssigen Orangensaft der eingeweichten Mischung mit Orangeat und Co. abgießen und den eingeweichten Mix zum Teig geben und unterkneten. Dabei so viel Mehl wie nötig dazugeben, damit der Teig nicht mehr klebt. Den Teig in die eingefettete Stollenform geben und nochmals ca. 30 Minuten an einem warmen Platz gehen lassen.

Tipp: Wenn ihr keine Christstollenform habt, dann könnt ihr den Stollen einfach zu einem länglichen Oval formen und ihn auf einem Backblech mit Backpapier platzieren. Der Stollen wird beim Backen etwas mehr in die Breite gehen und nicht ganz so hoch werden, aber das macht geschmacklich ja gar nichts aus.

  1. In der Zwischenzeit den Ofen auf 160°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Stollenform mit der Öffnung nach unten auf dem Backblech platzieren und für 45 Minuten bei 160°C (Ober- und Unterhitze) backen.

  2. Den Stollen aus dem Ofen nehmen und vegane Butter schmelzen. Den noch warmen Stollen mit der veganen geschmolzenen Butter bestreichen und kurz danach mit einer dicken Schicht Puderzucker bestreuen. Den Stollen komplett abkühlen lassen und zum Schluss in einen luftdichten Behälter geben. Hier vor dem Anschneiden am besten mindestens eine Woche ruhen lassen.

R325 Veganer Christstollen
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