Versteckte nicht-vegane Zutaten

Vor allem bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung lernt man schnell, dass man an einer Sache nicht vorbeikommt: dem genauen Studieren von Zutatenlisten. Ihr werdet euch wundern, wie oft tierische Produkte in Lebensmitteln stecken – vor allem in solchen, von denen man es gar nicht denkt. Wir haben euch daher zum einen eine Liste mit Zusatzstoffen erstellt, die so kryptisch formuliert sind, dass man erst einmal nachlesen muss, was sich denn dahinter versteckt. Anschließend folgt noch eine Liste an weiteren Zutaten, auf die ihr unbedingt achten solltet. Wir haben uns dabei auf „versteckte Zutaten“ in Lebensmitteln beschränkt, da wir ja ein veganer Foodblog sind – diese Liste könnte man aber auch auf Kosmetik und Kleidung ausweiten.

Bevor wir aber beginnen, sind hier noch zwei Zutaten, die gern für Verwirrung sorgen, obwohl sie eigentlich pflanzlich sind: das Geliermittel Pektin (E340) und das natürliche Konservierungsmittel Milchsäure. Letzteres entsteht durch Fermentierung und wird heute inzwischen fast ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten hergestellt – sie entsteht z. B. bei der Herstellung von Sauerkraut.

Tipp: Uns hilft oft die App „Codecheck“, die ihr euch kostenlos downloaden könnt. Mit der App könnt ihr Produkte scannen und einsehen, ob diese vegan sind.

Es gibt allerdings auch einige Zusatzstoffe, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein können. Hier hilft leider nur, bei den jeweiligen Firmen nachzufragen.

Zusatzstoffe, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein können:

  • E101
  • E132
  • E153
  • E161g
  • E163
  • E304
  • E322
  • E325
  • E422
  • E432 - E436
  • E442
  • E445
  • E470 - E479
  • E481 - E483
  • E491 - E495
  • E570
  • E585
  • E631
  • E634 - E635
  • E640

  • Vitamin A

  • Vitamin B
  • Vitamin D und D3
  • Vitamin H

Albumen

Albumen bezeichnet Eiklar oder Eiweiß und ist somit eindeutig nicht vegan. Sie sind oft enthalten in Getränken, Brot, Fertigprodukten, Gebäck, Cremes und Soßen, Süßspeisen und Teigwaren. Albumine hingegen klingen zwar sehr ähnlich, sind aber doch etwas anderes. Hinter dem Namen Albumin verstecken sich Eiweiße, die in Milch, Eiern, Fleisch und Fisch vorkommen können, aber auch in Kartoffeln und Hülsenfrüchten. Sie können im Gegensatz zu Albumen pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein. Ihr erkennt Albumine sehr gut beim Kochen der Lebensmittel, denn meist bildet sich ein weißer Schaum an der Wasseroberfläche – und genau dieser Schaum besteht aus Albuminen, die beim Kochen austreten.

Bienenwachs (E901)

Bienenwachs stammt von der Honigbiene und wird zum Bau der Bienenwaben von den Bienen hergestellt. Dennoch landet es auch oft in Süßwaren, Schokolade, aber auch im Überzugsmittel von Nahrungsergänzungsmitteln und Obst.

Butter(rein)fett

Butterfett ist geklärte oder geläuterte Butter und somit tierischen Ursprungs. Es versteckt sich vor allem in Backwaren, Süßigkeiten und Schokolade.

Gelatine (E441)

Gelatine wird aus dem Bindegewebe (Haut und Knochen) verschiedener Tierarten hergestellt, vor allem aber von Rindern und Schweinen. Klingt jetzt wirklich nicht sehr appetitlich und doch steckt es in Fruchtgummi, Lakritz, Marshmallows, schaumigen Desserts und Cremes, Wackelpudding, Süßigkeiten oder auch Sülze.

Ghee

Ghee ist geklärte Butter (Butterreinfett), die vor allem in der indischen und pakistanischen Küche zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu Butter enthält Ghee kein Milcheiweiß und nur wenig Wasser. Auch wenn es verschiedene Herstellungsmethoden gibt, ist die Basis immer Butter, weshalb Ghee nicht vegan ist.

Honig

Genauso wie Bienenwachs gehört auch Honig auf die Liste der nicht-veganen Zutaten, da es von Bienen hergestellt wird und somit tierischen Ursprungs ist.

Isinglass/Hausenblase

Isinglass bedeutet übersetzt „Hausenblase“ und ist die getrocknete Schwimmblase des Hausen, einer Störart (Fisch). Es wird hauptsächlich dazu verwendet, Getränke wie Bier, Wein oder auch Fruchtsäfte zu klären, sodass diese nicht trüb aussehen. Das deutsche Reinheitsgebot regelt zwar, dass tierische Stoffe nicht bei der Herstellung von Bier genutzt werden dürfen – für Biere aus dem Ausland trifft dies jedoch oft nicht zu.

Karmin/Chochineal/Cochellin (E120)

Karmin ist ein roter Farbstoff, der aus den Cochenilleschildläusen gewonnen wird. Oft wird Karmin aber auch als Begriff für alle aus Schildläusen gewonnenen Farbstoffe verwendet (ja, davon gibt es einige). Es wird u.a. für rote Süßigkeiten, Marmeladen, Sirup, eingelegte Früchte oder Zahnpasta verwendet.

Kasein

Kasein ist das Hauptprotein in Milch, wird aber häufig auch als Bindemittel in Lebensmitteln (z. B. Süßigkeiten und Salatsoßen) oder anderen Produkten verwendet (z. B. Etiketten, Kosmetika, Kondomen oder Wandfarbe). Da Kasein aus Kuhmilch gewonnen wird, ist es nicht vegan.

Knochenphosphat (E542)

Wie der Name schon sagt, wird Knochenphosphat aus Tierknochen (meist von Rindern und Schweinen) hergestellt. Es wird vor allem in Kosmetika, Zahnpasta und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, ist aber ab und zu noch in trockenen Lebensmitteln als Anti-Klumpmittel enthalten.

Lab

Unter Lab versteht man einen Mix aus Enzymen, der meist aus jungen Kuhmägen gewonnen wird – es gibt aber auch Lab von Schafen und Ziegen. Erst durch das Lab wird die Milch der Mutterkuh für ein Kalb verdaubar. Heutzutage wird Lab oft in Käseprodukten verwendet, die ja sowieso nicht vegan, aber dadurch auch nicht vegetarisch sind – denn um Lab zu erhalten, müssen die Tiere getötet werden. Behaltet es aber trotzdem mal im Hinterkopf – man wird bei Zutatenlisten ja immer wieder gerne überrascht.

Laktit (E966)

Laktit könnte man glatt mit Laktose vertauschen, es handelt sich allerdings um den Alkohol der Laktose – und da Laktose Milchzucker ist und aus Kuhmilch gewonnen wird, ist auch Laktit nicht vegan. Laktit wird durch die Hydrierung von Laktose unter Druck gewonnen. Es versteckt sich gern in zuckerfreien oder zuckerreduzierten Lebensmitteln, Soßen, Senf, Backwaren, Marmeladen und Desserts.

L-Cysteine (E920, E921)

L-Cysteine ist eine Aminosäure, die aus keratinreichem Gewebe wie Tier- und Menschenhaaren, aber auch Federn hergestellt wird. Es wird als Mehlbehandlungsmittel verwendet und landet daher oft in industriell hergestellten Backwaren wie Brot, Brötchen und Keksen.

Magermilch- oder Milchpulver

Egal ob Mager-, Vollmilch- oder Milchpulver – die Basis aller drei Trockenmilchpulver ist Kuhmilch. Für die Herstellung wird der Milch das komplette Wasser entzogen – was zurückbleibt, ist das Milchpulver. Ihr findet es häufig in Schokoladen, Eis, Backwaren, Süßigkeiten und Soßen.

Schellack (E904)

Wie auch Karmin wird Schellack aus Schildläusen gewonnen, das aber im Gegensatz zu Karmin (je nach Herkunft und Baumart) verschiedene Farben haben kann. Schellack wird gerne als Überzugsmittel für Obst und Gemüse verwendet, sodass diese frischer aussehen und schöner glänzen. Das Gleiche gilt auch oft für Süßigkeiten, Schokolade, Kaugummi oder sogar Nüsse.

Illustrationen: Rawpixel

Zucker ↦ Jagdwurst Donut
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